Museumslandschaft Hessen Kassel   
Katalog der antiken Münzen mit dem Rückseitenmotiv 'Herakles Farnese'


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1. hellenistische Epoche

2. römische Republik

3. römische Kaiserzeit



 

 

 Bild1
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 Bild2
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Athena / Herakles Farnese
Apulia / Mateola zur Kartenansicht

299-200 v. Chr.

15 mm, AE 2,72 g [Bronze, 12
Stempelposition:
Die Zahlen 1-12 beschreiben mit
dem Zifferblatt einer Uhr, wie die
Bilder von Rs und Vs zueinander
stehen. Bei 12 stehen Vs und Rs
oben, wenn die Münze um ihre
senkrechte Achse gedreht wird.
6 zeigt an, daß die umgedrehte
Münze auf dem Kopf steht usw.
, vzgl
Erhaltungsgrade:
FDC Fleur de coin (Stempelglanz)
vzgl vorzüglich
ss sehr schön
sschön
+= mit Tendenz zum höheren Grad
f.= fast (f.ss = „fast sehr schön“)
]

Inv.-Nr. Mü 736

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[Druckansicht]

Vs: Büste der Athena mit korinthischem Helm nach rechts.

Rs: [MAT]; nackter Hercules steht nach rechts, stützt Keule mit Löwenfell auf Felsen.

Neben den Tetradrachmen Alexanders des Großen (O. Palagia in: LIMC IV [1988] Nr. 687. s.v. Herakles; Moreno 1995, 51 Nr. 4.4.1: Demetrios Polyorketes?; Ridgway 1997, 289 mit Anm. 10; vgl. auch M. Price, The Coinage in the Name of Alexander the Great and Philip Arrhidaeus [1991]) handelt es sich bei den Prägungen von Mateola um die füheste Darstellung des ausruhenden Herakles auf antiken Münzen. Der rechte Arm des im Profil gezeigten Herakles ist angewinkelt an den Rücken gezogen. Es ist nicht zu erkennen, ob die Hand die Hesperidenäpfel hält. Die Keule ist auf ein flaches Gegenlager (Felsen?) gestützt, der linke Arm parallel bis weit nach unten an die Keule gelegt. Zwischen Keule und Körper ist das herabhängende Löwenfell zu erahnen.

Trotz der sehr schematischen Wiedergabe der Figur glaubt Moreno (1995, 242ff.) in dem Münzbild den Herakles 'Typ Farnese' erkennen zu können, eine der drei von ihm aus antiken Wiederholungen und Münzbildern rekonstruierten Herakles-Statuen des Lysipp. Für ihn charakteristisch ist das aus weit ausschreitende Standmotiv, wie es auch bei den dreidimensionalen Wiederholungen der Figur überliefert ist. Smith (1991, 64f.) und Ridgway (1997 a.O.) stehen der Unterscheidung in verschiedene Typen kritisch gegenüber. Zu dieser Diskussion vgl. die Einführung zum Onlinekatalog.

Weitere hellenistische Prägungen mit Herakles-Darstellungen stammen aus Herakleia/Pontos (O. Palagia in: LIMC IV [1988] Nr. 660. s.v. Herakles. [AR Stater] und Kroton (O. Palagia in: LIMC IV [1988] Nr. 661.* s.v. Herakles [AR Diobol]). Zur antiken Stadt Mateola (Sassi di Matera) vgl. Plin. NH III 105 und H. Philipp in: RE XIV (1930) Sp. 2182 s.v. Mateolani.

Literatur
P.R. Garrucci, Le monete dell’ Italia antica (1885) Taf. 95, 44; B.V. Head, Historia Nummorum (²1911) 40; Moreno 1995, 242f. Nr. 4.36.1. und 4.36.2.


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